Frühjahrskonzert 2002

Der Stress der letzten Wochen sollte sich doch gelohnt haben und so kam der Ostersonntag immer näher. Zeitweise hatte Jürgen sogar 2 – 3 mal die Woche Orchesterprobe angesetzt, wobei  immer fast jeder erschien. Man merkte, dass die Stimmung im Verein außerordentlich gut war, gerade nach dem Probenwochenende in Wessobrunn. Sehr schön war es, an den letzten beiden Wochen vor dem Konzert bereits im Saal beim „Alten Wirt“ zu proben - und auch praktisch, da wir es hinterher nicht mehr so weit zum Stammtisch hatten ;-).

Und nun war es soweit. Der Musikverein Eresing sollte seinen Freunden und Gönnern wieder einmal beweisen, was er „auf dem Kasten hat“.

Der guten Stückauswahl unserer Dirigenten, Jürgen und Michael, sei Dank. Denn aufgrund dieser spielte es sich nicht unbedingt einfacher - aber leichter, da uns die Stücke selbst sehr gut gefielen. Die Arbeit, die mit dem Aussuchen der Stücke verbunden ist, ist nicht zu unterschätzen! Oft genug wird Jürgen im Zug mit Discman und Noten gesehen.

Am Ostersonntag-Abend um 18:30 Uhr traf sich die ganze Kapelle, um noch mal einzelne Stücke kurz anzuspielen und sich einzustimmen. Kurze Zeit später füllte sich bereits der Festsaal mit Besuchern. Der Saal war bis zum letzten Platz belegt, insgesamt kamen 240 Zuhörer.

Moderiert wurde der Abend von Steffi Böhm und Ruth Gille, die das schon viele Jahre mit großer Leidenschaft meistern. Die Schülerkapelle hatte die ehrenvolle Aufgabe den Abend mit dem „Silver Bird“-Marsch zu beginnen. Nach den Stücken „Polkafreunde“ und dem „Tiger Rag“ waren die Zuschauer so begeistert, dass sogar noch zwei Zugaben unserer Jungen notwendig waren. Dirigiert wurden sie von Michael Klotz.

Nun hatten es unsere jungen Musiker überstanden und die „Alten“ mussten ihr Können unter Beweis stellen. Jürgen Hartmann übernahm nun den Taktstock. Los ging es mit dem Florentiner Marsch von Julius Fucik, bei dessen Namen unsere Ruth leichte Probleme hatte ;-). Die Kilkenny Rhapsody, die gleichzeitig eines unserer diesjährigen Wertungsstücke beim Bezirksmusikfest war, klappte besser als sich mancher erhofft hatte. Western-Feeling wurde bei dem Stück „Deep River“ verbreitet. Wie auch in der Zeitung erwähnt wurde, hatten unsere Moderatorinnen immer einen kleinen Witz auf Lager, wie z. B. dass es Claudia Göbel fertig bringt, beim ersten Solostück für die Es-Klarinette „Gesang der Lerche“ keine Knoten in die Finger zu bekommen.

Nun konnten sich die Zuhörer bei einer 15-minütigen Pause von der ersten Hälfte des Konzerts erholen. Auch die Musiker mischten sich „unters Volk“ und versuchten bei einem Glas Prosecco sich für die bevorstehende schwierigere zweite Hälfte etwas aufzulockern.

Diese begann mit dem extra für das Konzert zusammengestellten Bläser-Quintett. Diese beeindruckten mit den Stücken „Brass Joker“ und „Pomp and Circumstances“. Selbst wir anderen Musiker waren begeistert und auch etwas neidisch, nicht mitspielen zu dürfen.

Weiter ging es mit Rhapsodia – bei dem jeder mit träumte. Das Stück gehört auf alle Fälle zu unseren Favoriten.  Aufgrund der hohen Töne des nächsten Stückes „Help Yourself“, hatten sich unsere Trompeten in den vorherigen Proben enorm beschwert,

Wie wir in unserem ersten Bericht schon mitteilten, wurden unsere Jungmusiker in der Zeit des Probenwochenendes in verschiedenen Leistungsabzeichen geprüft. Jetzt erfolgten hierzu die Ehrungen. Insgesamt neun Musiker bestanden das Abzeichen in Bronze. Unsere Lissi (Elisabeth Steinbrecher) absolvierte sogar im Frühjahr das Leistungsabzeichen in Gold mit sehr gutem Erfolg. In diesen Prüfungen ist praktisches sowie auch theoretisches Wissen (Musikgeschichte/Gehörbildun g usw.) erforderlich. Das hohe Engagement wurde dann auch noch von Dr. Thomas Goppel persönlich gewürdigt.

Nun lies der fetzige amerikanische Marsch „The Washington Post“ Ruth`s Puls schneller schlagen, da ihr Solo als nächstes dran war. Es handelte sich dabei, nicht wie die Zeitung berichtete, um ein Trompetensolo, sondern um ein Posaunensolo des Beatles Hits „Yesterday“. Heimlich genommene Baldriantropfen sollten ihr helfen, die Aufregung zu besiegen. Vom großen Bruder ans Herz gelegt, sollte Ruth natürlich das Solo auswendig vorspielen. Das Publikum belohnte ihren Eifer mit riesigen Beifall. Ruth fiel danach ein Stein vom Herzen. Sie vergaß sogar, dass sie anschließend eigentlich weiter moderieren sollte und Stille kehrte im Saal ein, bis schließlich Steffi sie daran erinnerte. Alle lachten .Im Anschluss folgte „Guardians of Peace”. Stück für Stück näherten wir uns dem Ende. Vor uns lagen offiziell noch zwei Lieder – zum einen „Y.M.C.A.”, ein amerikanisches Pfadfinderlied, das sicherlich jeder kennt – zum anderen der allseits berühmte Radetzky-Marsch von Johann Strauß (Vater), zu dem das Publikum aufstand und vor lauter Begeisterung kräftig mitklatschte.

Wegen des enormen Beifalls und lauten Zurufen packte die Kapelle noch drei Zugaben aus. Beendet wurde das Konzert mit dem „Tiger Rag“, dazu kamen wieder alle Jungmusiker auf die Bühne und spielten mit. (Anmerkung: Wir sollten den Tiger Rag auch mal auswendig können!).

Anläßlich des akuten Musikermangels in verschiedenen Sätzen erhielten wir Unterstützung von Tobias Resch an der Posaune, Gabriel (Nachname? so was brauchen wir nicht; er war immer nur der Gabriel) an der Tuba, Franz Schröttle an der Trompete und mir, Karin Hartmann, am Tenorsax. Wie bereits ins Gästebuch geschrieben, bin ich dem Verein erhalten geblieben. Auf diesem Weg möchten wir uns besonders für das Einspringen bedanken. Wir haben den Eindruck, dass dies bei der großen Aufregung und dem Stress dieser Tage ein wenig unterging. Es ist nicht selbstverständlich, auf solch gute Ressourcen zurückgreifen zu können.

Besondere Anerkennung erhielten noch Ruth und Steffi von Dr. Thomas Goppel. Er forderte deren Anschriften ein und versprach am nächsten Tag persönlich jeweils einen Blumenstrauß vorbei zu bringen (was er auch einhielt).

Gigantisches Feedback erhielten wir von vielen Leuten auch noch Wochen nach dem Konzert.

 

Dafür ein großes Dankeschön!

 

 

 

 

© Karin Hartmann und Christoph (alias Isch) Resch / 21.08.2002
Photos: Betram Böhm

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