Dieses Jahr wollten wir dem Eresinger Publikum ein außergewöhnliches Konzert bieten. Viele moderne Stücke, „etwas andere“ Märsche, Klassik und auch Tradition – Jürgen Hartmann, unser 1. Dirigent, nutzte jegliche freie Zeit, um schöpferisch das Richtige zu finden. Alle Musikstücke wurden in der Vorlaufphase angespielt und mit uns abgestimmt. Die Gruppe entschied sich für eine Partitur oder dagegen.

Bereits im Herbst beginnen hierfür die Vorbereitungen. Das Wessobrunner Probenwochenende hilft dabei, die Stücke so richtig kennen zu lernen und zu üben. In der Woche vor dem Osterkonzert wurden alle allmählich aufgeregter.

Die Gesichtsmuskulatur setzte bei Jürgen schließlich aus, als er erfuhr, dass unser erster Flügelhornist, Florian Pitzl aus Greifenberg, mit seinen 23 Jahren zwei Wochen vor dem Konzert an Windpocken erkrankte. Daraufhin organisierte unsere Maria einen Ersatzflügelhornisten aus Geldtendorf, den Josef Klingl (bei uns einfach Sepp genannt) der dankswerter Weise ohne viel nachzudenken sofort einsprang. Auch noch in anderen Sätzen brauchten wir Verstärkung. Unsere erste Posaunistin, Ruth Gille, sorgt derzeit für Nachwuchsmusik“er“. Sie spielte zum Konzert noch mit, erhielt aber von Tobias Resch tatkräftige Unterstützung. Bei ihm hoffen wir, dass er uns evtl. doch noch eng verbunden sein wird.

Lieber Tobias, über ein Kommen von Dir auch jetzt –unabhängig vom Konzert und nicht nur als Aushilfe- würden wir uns sehr freuen!“

Schon fast obligatorisch wie jedes Jahr half auch Gabriel Raum an der Tuba mit. Der Bass ist einfach ein so wichtiges und aussagekräftiges Instrument, dass beim Konzert mehr davon erwünscht sind. Und leider haben wir nur einen Tubisten, unseren lieben Christian Kern alias „Brösl“.

So, jetzt bräuchten wir allmählich das Programm. Wir haben die Reihenfolge nicht mehr im Kopf. Schließlich ist das Konzert bereits bald ein viertel Jahr her. Da Christoph und ich uns aber derzeit auf der Busfahrt nach Wasserburg/Inn zum Musikfest befinden, können wir darauf nicht zurückgreifen. Wir haben uns gedacht, dass wir Jürgen einfach darum bitten werden, das Konzertprogramm diesem Bericht hinzuzufügen. Wir werden die einzelnen Stücke hier nicht beschreiben. Wir erzählen eher von dem „drumherum“.

Das Konzert begann mit der „Ammersee-Nord-Kapelle“. Diese Kapelle ist ein Zusammschluß von Jungmusikern aus Eresing, Windach, Türkenfeld, Schondorf und Eching. Jeder Jungmusiker lernt hier in der Gruppe zu spielen, nachdem er sich ein paar Erfahrungen an seinem Instrument gesammelt hat.

Der Musikverein Eresing e.V. trat im Anschluss auf. Wir hatten dieses Jahr verschiedene Solisten. Aufgrund des Puccini-Jahres spielten wir eine wunderbare Musikzusammenstellung von Puccini. Unsere beiden ersten Klarinettistinnen präsentierten hier ihre ganze Fertigkeit und Hingebung zum Instrument und zur Musik. In dem Stück „Strings of Pearls“ von Jerry Gray und Edgar de Lange erhielten Andreas Glas auf dem ersten Altsaxophon und ich auf dem ersten Tenorsaxophon die beiden exotischen Jazz-Solis. Leider habe ich dieses Match nicht ganz gewonnen, die Aufregung war einfach zu groß. Trotzdem war dies ein fantastisches Stück und für mich eine große Herausforderung. Unser lieber Christoph Resch alias „Isch“ am Schlagzeug blieb natürlich auch nicht aus. Auch er durfte seine Kunst, mit zwei Stöckchen um zu gehen, nochmals bei der Zugabe präsentieren. Wir planten bei den Generalproben, ihn –wenn er erst mal spielt- da oben auf der Bühne alleine sitzen zu lassen. Er wusste davon nichts. Wir waren gespannt darauf, wie er wohl reagieren würde, wenn wir alle unsere Instrumente zusammen packen würden und die Bühne verlassen, während er dabei ist, mit den Stöcken wild in der Luft hin und her zu fuchteln. Aber Christoph war da eiskalt. Er hörte auf, räumte seinen Platz und lief uns mit einem Grinsen hinterher.

Spätnachts - nach dem Konzert labten wir Musiker uns noch an einem Wiener Schnitzel mit Pommes. Hinterher dann noch ein Eis oder stattdessen zwei Ramazotti und uns ging es gut. Halb im „Fresskoma“ gingen wir dann noch in unser Musikerheim. Dort war eine kleines Bankett vorbereitet. Maria Wenig, unsere erste Trompetistin, sei hier Dank gesagt, die alle so schön organisierte. Hier möchten wir doch gleich anmerken, dass so eine Disco-Spiegelkugel nicht schlecht wäre. Das Licht lässt da unten schon sehr zu Wünschen übrig – zum Feiern war es einfach zu hell und nur mit Kerzen wäre das ganze auch zu gefährlich.

Nicht versäumen wollen wir es, uns bei Ihnen, unserem Publikum, für das Zuhören, den großartigen Applaus und die zahlreichen Spenden zu bedanken!

© Karin Hartmann
Christoph Resch
15.6.2003

Programm

  • The Round Table

Bert Appermont

  • Greensleeves / Traditional

arr. Alfred Reed

  • Puccissimo

Giacomo Puccini / arr. Steven  Verhaert

  • Marschcocktail

arr. Roland Kreid

  • Badinerie

Johann Sebastian Bach / Solo Querflöte

  • A String of Pearls

Jerry Gray / Edgar De Lange

  • Samba Time / Medley

arr. Manfred Schneider

  • Udo JĂĽrgens Live

arr. Kurt Gäble

 

 

 

 

 

 

Zugaben
  • Y.M.C.A.

Morali / Belolo

  • Radetzky Marsch

Johann StrauĂź Vater

  • Ich und mein Schlagzeug

Paul Biste