Musikseminar Wessobrunn

28.03. bis 30.03.2003

Bis auf ein paar einzelne fuhren wir am Freitag um halb fünf (nachmittags) vollgepackt nach Wessobrunn zum alljährigen Musikseminar. Unsere „Mamas“ und die, die es noch werden (!) kümmerten sich um die reichhaltige und süße Verpflegung. Denn es muss dort ja selbst gekocht werden.

Kaum angekommen drängte die Zeit, um alles herzurichten und alles aufzubauen, damit die ersten Satzproben beginnen konnten. Das Orchester wurde dazu in vier Gruppen aufgeteilt. Jürgen übernahm die Leitung der Holzbläser (Klarinetten, Querflöten, Saxophone), Michi leitete das tiefe Blech (Posaunen, Tenorhorn, Bariton), Maria kümmerte sich um das hohe Blech (Trompeten, Flügelhörner) und Christoph war für die Percussion-Truppe (Schlagzeug, Pauke, Glockenspiel und andere Rhythmikinstrumente) zuständig.

Die Zimmer wurden nebenbei ausgesucht. Es gibt dort 1er, 4er und 8-Bett-Zimmer. Jürgen hat einen Stundenplan vorbereitet, aus dem hervorging welche Satzproben –wann- statt fanden. Ebenso wer Pause hatte und demnach für Ab-und Aufdecken der Tische, Kochen etc. zuständig war. Um 20.15 Uhr (pünktlich zur Spielfilm-Zeit) gab es Essen. Aus den restlichen Knödel der Weihnachtsfeier, wurden gebratene Knödel mit Ei aufgetischt. Nachdem sich alle ihre Bäuche vollgeschlagen hatten, trafen zwischenzeitlich immer mehr Musiker ein. Zum Abschluss des ersten Tages fand die erste Gesamtprobe statt. Hierzu gibt es in Wessobrunn einen sehr schönen Meditationsraum im Dachgeschoss. Einziger Nachteil ist jedoch, dass hier alles noch viel lauter klingt, besonders das Schlagzeug.

Christoph meint, dass diese erste Probe auch schon ganz gut war. Wobei Karin der Meinung ist, dass alles viel zu laut war und verschiedene dadurch nicht mal hören konnten, ob sie ein F oder ein Fis spielen und deshalb von „Bravour“ nicht die Rede sein kann. Aber das ganze sollte sich ja im Laufe des Wochenendes noch ändern.

Vor dem Bett gehen wurde dann auch noch eine Runde „Tabu“ gespielt. Mäx catchte sich gleich den Jack Daniels aus der Speisekammer, andere ließen den Abend bei einem Glas Wein ausklingen. Gummibärchen, Schokolade und Chips kamen selbstverständlich auch zum Einsatz.
Da wir einen anstrengenden Samstag vor uns hatten, gingen wir frühzeitig ins Bett.

Mäx krabbelte bereits um halb 7 Uhr die Leiter vom Stockbett herunter. Zur selben Zeit verließ Tanja im Schlafanzug das 4-Bett-Zimmer. Anscheinend wie jedes Jahr decken sie zusammen den Frühstückstisch. Für die frischen Semmeln sorgte Erich. Nacheinander trudelten alle zum Frühstück ein. Mäx und Tanja hatten sich in der Zwischenzeit auch Zähne geputzt und umgezogen. Die Proben begannen um 9 Uhr. Im ganzen Haus waren die verschiedensten und schrägsten Töne aller Instrumente zu hören. Mittags kamen alle hungrig aus ihren Probenräumen, um sich an dem herrlichen Spaghetti à la zwei Soßen zu ergötzen. Leider war der Parmesan zu schnell aus, das nächste Mal muss mehr eingekauft werden ;-). Das Wetter war traumhaft. Deshalb verzogen sich immer mehr ins Freie. Christoph schlägt soeben vor, dass wir nächstes Jahr bei diesem Wetter draußen proben sollten. Nach einer kurzen Verschnaufpause beim Fußballspielen ging es dann auch gleich weiter zu den Nachmittagsproben. Um 16 Uhr gab’ s Kaffee und Kuchen. Von Apfelstrudel über Mikadotorte bis hin zum Bienenstich war alles geboten (Danke an die Bäckerinnen). Die erste Gesamtprobe des Tages fand anschließend statt, bei der wir schon viel besser klangen als am Freitag. Wobei wir dafür aber nicht belohnt wurden. Stattdessen, mussten wir bis zum Abendessen noch weitere Satzproben über uns ergehen lassen. Nach einem leckeren Wurstsalat, war dann endlich Endspurt für den Tag angesagt! Dass wir unsere Leistung noch weiter steigern konnten, zeigte diese Gesamtprobe. Die meisten Stücke liefen schon fast perfekt. Dies ließ dann sogar einen leicht angeknacksten Jürgen wieder etwas fröhlicher wirken, der uns nach der Probe dann mit einem Rätsel bei Laune hielt. Die meisten ließen nun den Abend mit einer RIEßEN Tafelrunde „Tabu“ ausklingen. Die härtesten drei Musiker und Musikerinnen hielten es sogar noch bis halb vier (Sommerzeit) mit viel Tratsch aus.

Der Sonntag vormittag war, wie auch einige Male zuvor, ein böses Erwachen für diejenigen, die den Weg ins Bett nicht gefunden hatten. Deshalb verzögerte sich das Eintreffen einzelner zu den folgenden Satzproben. Das Schlimme für viele war die Zeitumstellung. Nachdem diese letzten Hürden auch noch geschafft wurden, war das Ziel erreicht. Die letzte und größte Gesamtprobe, die zeigt, wie produktiv wir dieses Wochenende gearbeitet hatten, stand bevor. Diesmal sollte jedes Stück ohne Unterbrechung gespielt werden, damit die Stücke von Christoph gestoppt werden konnten. Für die Konzertvorbereitung spielt die einzelne Stücklänge eine große Rolle. Dies war für jeden eine Wohltat. Endlich mal nicht nach 5 Takten Musik spielen, das Stück wieder abbrechen. Einstimmig wurde dann auch beschlossen, dass wir das ganze Repertoire durchspielen, damit wir in Ruhe zu Mittag essen und zusammenpacken konnten. Die „werdende Mama“ Ruth konnte vormittags nicht mehr mit spielen, deshalb sorgte sie sich um das Essen. Der Stillerhof musste sauber hinterlassen werden. Schnell verschwanden manche heimlich nach draußen, währenddessen die Selben wie letztes Jahr die Bäder und Toiletten, die Gänge und Räume putzten. Namen möchten wir hier natürlich keine nennen. Zum Gruppenfoto stellten wir uns dann noch im Garten auf. Dank Selbstauslöser sind auch fast alle dabei, bis auf Moni, die kurz zuvor bereits gefahren war. Per Autokolonne machte man sich dann wieder auf den Heimweg...

© Christoph Resch und Karin Hartmann
30.3.2003

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