Nach einem Jahr Erholung war es wieder soweit. Wir versammelten uns alle auf dem Stillerhof in Wessobrunn, um uns intensivst auf unser neues Programm für das Frühjahrskonzert vorzubereiten. Am Freitagabend, den 28.1.05, fuhren wir für 3 Tage alle gemeinsam in unser Trainingslager. Unsere Satzprobenleiter kamen erst zwei Stunden später, so dass wir genügend Zeit hatten, unsere Zimmer zu beziehen und unser erstes Abendessen zu uns zu nehmen. Theoretisch! Aber erstens kommt es anders und zweitens wie man denkt. Unsere Lissi (hohes Holz) vergaß die Verpflegung. Genauer gesagt fehlte der gesamte Wurstproviant. Dieser stand bei Steinbrechers in Geltendorf in der Garage und harrte der Dinge, die wohl noch kommen wollten. Doch zum Glück gibt es Handys. Und zum Glück fehlten ja noch zwei Personen; also wurde kurzerhand Jürgen Hartmann verdonnert, einen kleinen Umweg über Geltendorf fahrend, die Wurst noch mitzunehmen.
Als dann um 20.00 Uhr endlich alle anwesend waren, ging es auch sofort los. Wir teilten uns auf in hohes und tiefes Blech und in einen Holzsatz. Die Ausbeute dieser ersten Probe war durchaus sehens- und lobenswert. Ab 22.00 Uhr gingen wir zum gemütlichen Teil unseres erstens Probentages über. Mit „Tabu“ und einer „Schafkopfrunde“ verging die Zeit wie im Fluge, so dass wir uns erst spätnachts zu Bett begaben.

Am Samstagmorgen waren aber alle wieder pünktlich beim Frühstück und anschließender Probenarbeit anwesend. Nachdem wir uns mittags gestärkt hatten, war es endlich soweit; wir trafen uns allesamt im Dachboden und hielten die erste Gesamtprobe ab. Nachdem unser Dirigent sich dieses Martyrium über sich ergehen lies, war er danach reif für eine kleine Erholung. Wir ließen uns die selbstgemachten Kuchen und den frisch gebrühten Kaffee wahrhaft schmecken. Hier gleich mal ein Dank an alle unseren fleißigen Kuchenbäckerinnen!!! Schließlich zogen wir uns wieder in unsere nicht so stillen Kämmerchen zurück und erfreuten uns unserer Satzproben. Zwei Stunden später, sichtlich etwas angenervt und seiner Stimme nicht mehr so mächtig war der Satzprobenleiter der Hölzer (wir nennen jetzt keine Namen) froh, dass es endlich Zeit fürs Abendessen war. Nun durften wir den Wurstproviant, den unsere Lissi fahrlässigerweise vergessen hatte, doch  noch zu uns nehmen. Bei der anschließenden, abendlichen Gesamtprobe konnte dann allerdings schon eine gewaltige Leistungssteigerung festgestellt werden. An den Gesichtszügen unseres Dirigenten konnte man dann auch schon wie in einem Buch lesen. Es gefiel ihm so langsam.

Das anschließende, traditionelle Rätsel hat wieder unsere Lissi (die Gleiche, die die Wurst vergaß) auf die Beine gestellt. „Vielen Dank, dass du trotz deiner anstehenden Abschlußprüfung dir die Zeit dafür genommen hast. Wir hoffen, dass es  noch viele weitere Rätsel von dir geben wird.“ Bei der anschließenden Preisverleihung konnten wir wieder einmal feststellen, dass die Punktzahl aller Gruppen sehr eng beinander lag und somit ein hoher Ausbildungsstand attestiert werden kann.

Der Sonntagmorgen war noch einmal mit Satzproben geprägt. Wir trafen uns aber diesmal schon um 10.00 Uhr im Gemeinschaftsprobenraum und zeigten, was wir in den vergangenen Tagen alles gelernt hatten. Jürgen, unser Dirigent, war wieder wie ein aufgeschlagenes Buch. Seine Miene hellte sich mehr und mehr auf. Nachdem die Stücke fürs Konzert allesamt durchgespielt waren, war es Mittag und wir freuten uns auf unser redlich verdientes Mittagessen. Beim anschließenden Reinemachen halfen wieder alle mit, so dass wir uns bald von dannen machen konnten. So manche mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir freuen uns auf alle Fälle schon wieder auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt: „Probenwochenende in Wessobrunn.“

© Jürgen Hartmann
Februar 2005

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